Vorbereitungen (Aug.-Sept. 2018)

Vorbereitungen für die Verschiffung nach Australien

Wir mussten unseren Landy peinlich sauber reinigen. Motorraum, Unterboden, Innenraum, sämtliche Gegenstände und Kisten die mitverschifft wurden.

Im Oktober haben wir den auf Hockglanz polierten Landy im Rheinhafen in Basel in den Container geschoben und verzurrt. Schlussendlich wurde der 20 Zoll-Container plombiert. Anderntags transportierte ein Rheinschiff den Landy nach Rotterdam, wo er auf ein Hapag-Lloydschiff verladen wurde. Die Verschiffung hat „ITS International Transport & Shipping Ltd“ (its-transport.ch) in Reinach/BL bestens organisiert und abgewickelt.

Nun begann der Papierkram.

Diese Tätigkeiten müssen von den Reisenden persönlich erledigt werden und können nicht an den Containerspediteur delegiert werden.

Für die Zollbehörde in Australien: Um gewisse Länder durchreisen zu können ohne das Fahrzeug verzollen zu müssen, ist ein Carnet de Passage erforderlich. Je nach Land ist beim TCS die erforderliche Summe auf ein Sperrkonto einzubezahlen. Dies kann 100 % oder 50 % des aktuellen Wertes des Landy sein. (Bankgarantie ist auch möglich, aber kompliziert). In Australien beträgt die Summe 50 % des Wertes. Die Einreise und Ausreise wird am Zoll abgestempelt. Die Kaution wird vom TCS zurückbezahlt, wenn das Carnet nach der Reise zurückgeschickt wird. Wird das Fahrzeug nicht wieder ausgeführt (auch ein Totalschaden), reklamiert der fremdländische Zoll beim TCS die Kaution um die Importsteuer zu decken.

Der Australische Quarantäne- und Inspektionsdienst (AQIS) setzt die australischen Quarantänegesetze um. Bei der Containerverschiffung des Fahrzeuges ist das Formular AQIS auszufüllen. Damit deklariert der Eigentümer, dass die Ware den legalen Vorschriften entsprechen. (Keine Drogen, Waffen, geschützte Tiere, Biosecurity-Konformität etc. / Google: BICON)

Um in Australien ein Fahrzeug in Verkehr zu setzen, muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Oft ist eine Kaskoversicherung eingeschlossen. Es empfiehlt sich, Mitglied bei einem Automobilclub zu werden. Diese haben Abkommen mit akkreditierten Experten, die eine Schätzung des Wertes des Fahrzeuges via Internet vorzunehmen. Dieser Wert ist die Grundlage für die Versicherung. Diese Versicherung ist in ganz Australien gültig. Je nach Bundesstaat kann auch lediglich eine regional beschränkte Haftpflichtversicherung bei einer amtlichen Stelle abgeschlossen werden. Aber welche Reisenden wollen nur in einem Bundesstaat unterwegs sein?

Wie wir unterwegs sind (2018-19)

Wir reisen mit unserem Islandy 2018-2019 durch Australien. Der Landy ist Bj. 2015 und hat ein Hubdach (Himmelbett), einen 45 Liter Diesel-Zusatztank, 50 Liter Wasserknister, WC und Aussen-Dusche, ein Doppelbatteriesystem (Starter u. Bordbatterie), ein Solarpanel und einen Schnorchel mit Zyklonfilter für staubige Landschaften und Wasserdurchfahrten, Aussen-Staubox Sandbleche und Unterfahrschutz.

Nach der Panne wollten wir möglichst schnell unsere Reise fortsetzen. Deshalb entschieden wir uns, im August, unseren Islandy für Australien bereit zu stellen, bevor der Mungg repariert und geputzt war. Dies ermöglicht es uns, im Frühsommer – und nicht erst im Hebst – im Süden Australiens, d.h. im Dezember 2018, die Australientour zu starten.

Vorgängig – bis der Container mit unserem Landy in Australien ankommt – verbringen wir ein paar Wochen auf Neuseeland und bereisen hauptsächlich die Nordinsel mit einem Mietcampervan. Die Südinsel haben wir im Jahre 2000 bereist.

Fortsetzung unserer Reise
Oktober 2018 – ??

Unserer Weltreise (2017 – Ende 2019)

Wie reisen wir?
Wir reisen mit unserem Defender Td5, Bj 2003, der 48`500 km auf dem Tacho hat. Das Fahrzeug war ein Geschenk des Weihnachtsmannes (J.W.). Das Glück war uns wohlgesinnt, dass wir den Landy in tadellosem, gepflegten Zustand erwerben konnten. Herzlichen Dank! Der Landy hat keinen Partikelfilter, der bei schlechtem Diesel und in der Höhe verstopfen kann. Ein Fass mit Dieselzusatz Adblue (Harnsäure um der Euronorm 6 zu entsprechen) müssen wir auch nicht mitschleppen.

Unser Landy heisst „Mungg“; das ist Bärndüütsch für Murmeltier. Munggen hüpfen von Stein zu Stein und kraxeln steile Hänge hinauf.

Letzten Herbst erhielt der Landy noch ein verstärktes Fahrwerk und einen Zusatztank. Anfangs Jahr wurde der Landy mit einer Azalai-Kabine – Swiss finish – bestückt. Anna ist unser technischer Coach für Mechanik, Service und Unterhalt. Sie trimmte den Landy reisefertig und bestückte ihn mit ein paar Service- und Ersatzteilen.

Eine Reise von der Schweiz/Deutschland nach Südostasien ist die Abenteuer pur. Sie verlangt physische und psychische Belastung von den Reisenden. Flexibilität, Sozialkompetenz, Vorurteilslosigkeit und Offenheit für andere Kulturen und Menschen, wie sie leben. Das sind Voraussetzungen für diese Reise, damit sie als Genuss und Freude erlebt werden kann. Ebenso werden Material und Fahrzeug strapaziert und belastet. Aber es ist eine Reise des Lebens. Wir würden sie sofort wieder unternehmen – hätten wir nicht noch andere Pläne.

Auf unserer Reise nach Südostasien sind wir mit mehreren Overlandern unterwegs. Australien bereisen wir individuell während einem Jahr. Gemeinsam sind die Grenzübertritte wegen der umfangreichen Formalitäten, Stadtführungen durch lokale Guides und die Übernachtungsplätze. Ansonsten sind wir individuell – in unserem Rhythmus und unseren Interessen – unterwegs. Dabei haben wir Freundschaften geschlossen mit Overlandern, die dieses Abenteuer während einem Jahr mit uns in Angriff genommen haben. Für uns ist es die „ver-rücktesten“ Reise unseres Lebens. Vor ein paar Jahren wäre dieses Reise politisch und logistisch in dieser Zeitspanne gar noch nicht zu realisieren gewesen. (Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass diese lange Reise in dieser Form bisher die einzige war in den letzten vier Jahren und es möglicherweise für längere Zeit bleiben wird. Geschlossene Grenzen aufgrund der Covid-Pandemie, politische Unruhen und Massenproteste in einzelnen Ländern sind die Ursachen).

Die erste Wäsche trocknet.

Unser Zuhause für diese Reise misst 2 x 3 Meter. Zugegeben, dies entspricht nicht den Europäischen Menschenrechts-Konventionen. Dies ist aber artgerechte Haltung von Overlandern.

Wir haben Fernsehen! Satelitenschüssel (Reserverad) und Soundbox (Alukiste mit Wanderschuhen drin) sind auf dem Landy-Dach montiert. Der Flatscreen ist die Windschutzscheibe mit Blick über die Motorhaube und abwechslungsreichen Programmen. Die Music-Hall ist bestückt mit einem iPod (130 GB), 6000 Musikstücken und einem mini-Sony-Ghettoblaster (sorgt manchmal für Ghetto in der Hütte…). Auch eine Waschmaschine ist vorhanden. Ein 20 Liter Kanu-Sack wird morgens mit Wäsche gefüllt. Tagsüber beim Fahren läuft der 40 Grad-Schongang und abdends kommt die Wäsche auf die Tumblerleine. Das ist Landy-Luxus oder „mit 66 fängt das Leben erst an“.

Jetzt im Ernst: Das Azalai hat einen 2-Flammen-Kochherd, Spüle mit warmem u. kaltem Wasser, 40 Liter-Kühlschrank, Wassertank für Trink- und Brauchwasser, Ess- und Arbeistisch, 160 A Litiumbatterie, Solarpanel, WC mit Spülung und Lüftung, Dusche drinnen und draussen. Ein Hub-Bett (140×200) mit Lattenrost und Daunenduvet. So geniessen wir das Reisen.

Unsere Reise von August 2017 bis August 2018:

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