Mosambik (Juli -August 2022)

MOSAMBIK

Nach 500 Jahren als portugiesische Kolonie ist Mosambik seit 1975 eigenständig. Anschliessend herrschte lange ein Stellvertreter-Krieg zwischen den Parteien Renamo (Südafrika) und den Frelimo (Sowjetunion). Der Bürgerkrieg ging mit dem Zerfall der UdSSR zu Ende und die Frelimo wurde die heutige Regierungspartei mit einem demokratischen System. Alle fünf Jahre wird der Präsident und die Parlamentarier gewählt. Mit einer Fläche von 800’000 km2 ist das Land 20 mal grösser als die Schweiz und hat nur 4 mal mehr Einwohner. Die Amtssprache ist Portugiesisch mit vier Vorherrschenden Dialekten. Hohe Arbeitslosigkeit und entsprechende Armut herrscht in weiten Bevölkerungsteilen vor. Dies obwohl das Land reich an Bauxit, Steinkohle und Erdgas ist. Durchschnittlich hat eine Familie sechs Kinder. Ein Lehrer oder Polizist verdient ca. CHF150 pro Monat. Unser Stadtführer erwähnt, dass er jetzt 3 bis 4 Touren im Monat hat. Während der Kreuzfahrtsaison sei das Einkommen besser. Die Chinesen springen in die Bresche und finanzieren Infrastrukturprojekte und pachten Landwirtschaftsland, der Ertrag wird nach China abgeführt. Ganz nach dem System wie auch die neue Seidenstrasse „Road & Belt“ vorangetrieben wird.

31. Juli / Stadtführung in Maputo

Wir sind am Vortag auf dem Camp in Marrucuene angekommen. Mit Christine und Ruedi geniessen einen fangfrischen Fisch in der Campingbar. Am Sonntag steht die Stadtführung an.

Auf der Seeroute nach Indien landete Vasco da Gama um 1500 hier. Erst um 1550 siedelte der portugiesische Kaufmann Laurenco Marques. Später bauten die Buren eine Bahnverbindung von Johannesburg, wo Gold gefunden wurde, nach Laurenco Marques. Um die 1910 war hier Blütezeit und der jetzige Bahnhof wurde eingeweiht. Gemäss New York Times soll er der 3. schönste weltweit sein.


Anschliessend kauften wir in der Markthalle Mandarinen, Papaya und Chaeshew-Nüsse. Das alte Fort ist heute umbaut von Hochhäusern. Das Mittagessen im Waterfront Restaurant war lecker. Als Abspann war noch das naturhistorische Museum angesagt.

1. August / 172 Km; Madeirate vor Xai-Xai

Die Fahrt geht durch das Schwemmland des Incomati-Flusses und das Tal des Limpopo. Unterwegs sind kleine Hütten am Strassenrand, vor denen Gemüse und Cashew-Nüsse angeboten werden. Der Übernachtungsplatz ist hinter einer Möbelschreinerei. Am Abend findet noch eine kleine 1. August-feier statt.

2. August / 276 Km; Campismo de Maxixe

Von Chiduengue führt unsere Route parallel zum Indischen Ozean. Viele Mango- und Cashewbäume säumen unsere Fahrt. Allmählich geht die Vegetation in Kokos-Wälder über. Insgesamt stehen hier rund 2 Mio. Kokospalmen und jede trägt 100 Früchte pro Jahr.


Nach der Ankunft auf dem Campismo setzen wir mit der Fähre nach Inhambane über. Ein spezielles Erlebnis bei drückender Hitze in einem überfüllten Boot mit Einheimischen zusammengepfercht zu sein – Afrika-Feeling pur! Inhambane war früher der Elfenbeinhafen. Der ehemalige Glanz ist längst abgeblättert. In der Hafenbeiz gönnen wir uns Prawns und Calamares.


3. August / 88 Km; Marrungulo

Heute steht eine Fahrt durchs grüne Mosambik an. Auch den Wendekreis des Steinbockes überqueren wir wieder. Nach einer 12 Km langen Sandpiste und einer steilen Abfahrt an den mit Palmen bestandenen Strand haben wir das heutige Ziel erreicht.

Am 4. August ist Ruhe- & Strandtag. Der Landy hat seine erste kleine Wellneskur verdient.Ich schmieren die Kardanwellen ab. Am späteren Nachmittag kommt ein Fischer mit aufgeknüpften Langusten vorbei. Wir kaufen einen grossen Crayfish, den er pfannenfertig zubereitet. Kopf ab, Darm mit einem Fühler rausgezogen und den Rückenpanzer aufgebrochen. Martialisch, aber hiesige, alte Tradition. Der Crayfish kommt in den Kühlschrank für morgen. Am Abend bereiten zwei Fischer zwei grosse Barakudas über dem Holzkohlefeuer zu. Dazu gibts hiesige Kartoffeln für die ganze Truppe. Mit gemütlichem Beisammensein klingt der Abend aus.


5. August / 230 Km; Inhassaro

Wir fahren durch eine dünn besiedelte Lanschaft nordwärts. Trockenes Buschland mit Bao-Babs herrscht vor. Die Bäume wachsen vorwiegend innerhalb der Wendekreise. Diese Affenbrotbäume sind sehr wasserhaltig. Sie sind Tankstellen für Elefanten in der Trockperiode. Das weisse Fruchtfleisch ist vitaminreich und wird in der hiesigen Naturheilkunde angewendet gegen Infektionen und vieles mehr. Am Strassenrand werden die Früchte in grossen Kesseln feilgeboten. Vor Panbarra haben wir an einer neuen Tankstelle vollgetankt und den Zusatztank gefüllt. Nach dem Badetag im Goddy Villas Camp stehen zwei Fahrtage zu je 400 Km an. Die Dieselversorgung ist nicht gesichert.

6. August / 453 Km; Chimoio

Heute steht eine lange Fahretappe an. Wir stehen um 04:30 Uhr auf. Nach dem Frühstück fahren wir um 05:30 Uhr los. Die Morgendämmerung setzt langsam ein. Um 17 Uhr, als die Abenddämmerung beginnt, sind wir am Ziel in Manica / Chimoi. 11 1/2 Stunden hinter dem Steuer. Die Verpflegung war der zweite Kaffee, ein Sack Erdnüsse und eine Flasche Coca-Cola.
In Norden von Mosambik gibt es ein Sprichwort. „Wenn du zwei Ohren aus einem Pothole (Schlagloch in der Strasse) ragen siehst, weisst du nie, ob sie einem Hasen oder einer Giraffe gehören….“

Wir verlassen die Küste des Indischen Ozeans und fahren ins Landesinnere durch Busch und Sumpflandschaften. Die ersten 85 Km bis an den Save-Fluss sind ganz passabel. Aber dann……Vermerk auf dem Navi: Large Porholes!
An der Piste hat es vereinzelt Hütten und „Verkaufsstände“, an denen Ananas, Tomaten, Avocados, Cashew-Nüsse, Bananen und Orangen angeboten werden. In grossen weissen Säcken wurde Holzkohle angeboten. Die LKW-Fahrer kaufen die Säcke auf dem Land und verkaufen die Kohle mit einem kleinen Gewinn in der Stadt. Das ist ihr Zubrot zum Fahrerlohn. Das sind kleine Abwechslungen auf der anspruchsvollen Strecke. Wir sahen Autos auf Abschleppern, LKWs die das Motorenöl verloren und die Brückenpassage versperrten. Ein paar Jungs winken und grinsend zu, als sie uns überholten in einer übermütigen Fahrt um die Potholes.
Sie verschwanden in einer Staubwolke. Kurze Zeit später sahen wir dieselen Jungs mit dem kaputten Auto. Zwei Jungs inspizierten den Schaden unter dem Fahrzeug. Der Dritte lachte mit einem bereiten Smile und meinte zur Strassenqualität: „That is Aaaffrika!!“

Hiner Chimoi, in Manica, an einem kleinen See gönnten wir uns einen Ruhetag.

Südafrika (Juli 2022)

Von East London zum Krüger Nationalpark

Die Reise im Südlichen Afrika unternehmen wir in einer Gruppe von 13 Fahrzeugen. Diese wurden am 30. Mai in Bremerhaven dem Spediteur übergeben. Die Ankunft des RoRo-Schiffes wurde um 14 Tage verschoben. Die Verzögerungen entstanden, weil der Hafen in Bremerhaven überlastet war. Zudem wurde an der Ostküste der Hafen Port Elisabeth nicht angesteuert. Als Alternative wurde Durban gewählt. Da aber ein heftiges Unwetter Überschwemmungen verursachte, war auch dieser Hafen blockiert. Schlussendlich war East London der Zielhafen.

12. / 13. Juli

Wir sind Swiss nach Johannesburg und weiter nach East London geflogen.

Wir logieren im Premier East London Hotel. Die vier Tage, bis der Land Rover aus dem Hafengelände kommt, verbringen wir mit Einkaufen, Wale Whatching und den letzten Vorbereitungen.

18. Juli

Am Montag ist es endlich soweit. Um 9 Uhr das Carnet abgeben um die Einreise abstempeln zu lassen. Das Carnet de Passage ist eine weltweite Vereinbarung der Automobilclubs, dass die Fahrzeuge, welche nur eine befristete Zeit im Land sind, nicht verzollt werden müssen. Um 16 Uhr können wir aus dem Hafengelände fahren. Der Landy ist unversehrt und nichts wurde geklaut. Wir befüllen die im Outdoor Warehouse gekauften 3 kg Gasflaschen und kaufen Nahrungsmittel ein. Dann geht’s bei Dunkelheit auf den ersten Campground. In Südafrika herrscht Linksverkehr.


19. Juli / 562 Km; East London – Bloemfontein
20. Juli / 502 Km; Blomfontain – Pretoria

Wir fahren über die Autobahn um die Verspätungen aufzuholen. Die gebuchten Termine im Kruger Nationalpark lassen sich nicht verschieben. In der Dämmerung kommen wir auf dem Campground an. Rechtzeitig zum ersten Briefing für die nächsten Tage. Zudem fassen wir Leuchtstreifen für an den Landy zu kleben. Dies ist Vorschrift in Mosambik. Am nächsten Tag fahren wir auf der N1 durch karge Landschaften. Ab und zu eine ärmliche Siedlung. Kurz vor Johannesburg hat der IVECO unserer Freunde einen Getriebeschaden und musste auf den Tieflader. Die Ursache war ein defektes Ventil an der Automatik. Auch eine Windschutzscheibe ging an einem andern Fahrzeug unserer Gruppe in Brüche. Im Abendverkehr rollten wir über die 6-Spurigen Autobahnen durch Johannesburg und Pretoria. Otto, ein langjähriger Freund von unserem Guide Martin hat den Grill eingefeuert und brutzelt ein Spanferkel für die ganze Crew.

21. Juli / 116 Km; Pretoria – Malahlewi

Auf der Autobahn kurz nach Pretoria leuchtet die Batterielampe des Landys auf. Ich telefoniere mit Anna, Chefin der 4x4manufaktur. Ihre Diagnose lautet: der Lichtmaschine hat das Zeitliche gesegnet.

Wir suche in Internet nach einer Werkstatt. Christine fand sie. Wir fahren zu TPS Auto Electrical / Bosch Service in Witbank. Der Chef nimmt sich des Problems unverzüglich an. Der Alternator lässt sich nicht mehr reparieren. Um 15 Uhr schickt er einen Mitarbeiter nach Pretoria, um bei British 4×4 eine passende Lichtmaschine zu holen. Drei Jungs der Werkstatt sind bereit, nach Feierabend noch den Alternator einzubauen. Wir konnten in der Werkstatt übernachten; es sei sicherer hier als draussen an der Strasse. Wir waren sehr froh, dass uns Cobus & Jokie Grodda und ihr Team von TPS Auto Electrical unsere Panne professionell behoben hat. Super Typen, die uns helfen, dass wir am andern Morgen wieder weiterfahren können um zwei Tagesetappen zu fahren.

22. Juli / 361 Km; Witbank – Blyde River Resort.

23. Juli / 300 km; Blyde River Resort – Punda Maria, Krüger NP

Wir fahren über den Abel Erasmus Pass Richtung Krüger NP. Unterwegs sind viele Orangenplantagen von Dôle (Orangensaft). Die Ernte ist vollem Gange.

Wir fahren in den Krüger NP ein. Er ist so gross wie die Schweiz – ohne Gletscher, Berge und Seen. Ganze 20’000 Km2.
Vor dem Camp-Gate begrüssen uns die ersten Elefanten.

24. Juli Punda Maria, Krüger NP

Ungestüm wie wir sind, buchten gleich einen Morning Game Drive. Tagwache 04:00 Uhr und Treffpunkt am 04:45 Uhr. Mimi, unsere Rangerin weiss sehr viel zu erzählen über die Pflanzen und Tiere. Gesehen haben wir aber lediglich halb so viel. Das Kreuz vom Süden wird durch eine fantastische Morgenstimmung abgelöst. Um 08:00 Uhr sind wir zurück im Camp und geniessen den Tag am Wasserloch von Punda Maria. Unzählige Zebras, Büffel und Elefanten kommen hier zur Tränke. Super Fotosujets. Am späteren Nachmittag ziehen wir nochmals los auf einen 25 Km Game Drive. Wir sehen Giraffen, Zebras und … den ersten Elefanten im Gebüsch auf 7 Meter Distanz. Motor abschalten, warten und hoffen, dass der Bulle nicht allzu viele Freude am Landy hat….Den Abend lassen wir mit einem Camp-Fire, ein paar Kilogramm Holz und das eine oder andere Glas Rotwein ausklingen. Kurz vor Mitternacht ist „die Welt neu erfunden“ und alle Erlebnisse erzählt…..

25. Juli / 140 Km; Shingwedi Camp, Krüger NP

Mit Jürgen und Ines sind wir die letzten beiden Fahrzeuge der Gruppe im Camp. Der IVECO startet nicht mehr. Batterie leer ? Überbrücken hilft nichts. Stromfluss messen. Die Batterie hat Saft. Der IVECO hat ein defektes Batterierelais. Ein bekanntes Problem….Ein Australier wusste die Lösung: mit einem alten Überbrückungskabel wird das Relais übersteuert. Weiter ging die Fahrt. Neben Giraffen, Büffeln und Elefanten sehen wir noch drei Löwen ihren Mittagsschlaf halten.

26. Juli / 130 Km; Letaba Camp, Krüger NP

Wir starten vor dem Frühstück um 06:30 Uhr auf unsere Tour. Kurz nach dem Camp sehen wir die ersten Löwenweibchen im Gebüsch. Bald überquert eine Löwen-Dame vor unserem Landy die Strasse. Was für einen Anblick! Im Verlaufe des Tages dürfen wir weitere Highlights erleben. Riesige Elefantenherden, Wildhunde, Warzenschweine, Giraffen, Krokodile und als Höhepunkt einen Leoparden. Am Abend grillen wir ein deftiges T-Bonesteak und schreiben anschliessend unseren Blog.

27. Juli / 190 Km; Skukuza Camp, Krüger NP

Auf dem Weg zum grössten Camp im Park, Skukuza Camp, fahren wir über Schotterpisten zum Olifants-Outlook. Unterwegs entdecken wir Geier, die sich genüsslich taten an einem Elefantenkadaver. Im Olifantsfluss kühlten sich Flusspferde ab und Krokodile.


Weiter Richtung Süden treffen wir Gnus am Wasserloch an. In friedlicher Gesellschaft sind auch etliche Zebras an der Tränke. Der Höhepunkt des Tages war aber ein Leopard in der Astgabel einer Schirmakazie. Er liegt auf der Lauer nach Beute. Plötzlich steht auf und klettert dem Stamm entlang ins hohe Buschgras. Vermutlich ist ein Rudel Impalas in der Nähe.

Am Abend gehts mit einem grösseren LKW auf Pirschfahrt. Im Lichtkegel der Stablampe zieht ein Leopard des Weges, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und verschwindet im Gebüsch.

28. Juli / Skukuza Camp; Ruhetag

Eine kleine Reparatur im Wohnbereich des Landy’s war fällig. Ein 300 gr Rinderfilet Steak ist des Handwerkers Lohn.

29. Juli / 113 Km; Malelane (Golfplatz)

Auf der Schotterpiste sehen wir sieben Nashörner mit Zebras am Wasserloch. Warzenschweine mit kräftigen Hauern grasen.

Nun stempeln wir den Krüger-Pass ab. Wir verlassen den Park.

In der Stadt kaufen wir für die nächsten Tage ein. Da es Freitag Nachmittag ist, haben viele Südafrikaner den selben Plan. Warteschlangen an der Kasse. Afrikanische Gelassenheit herrscht vor. Im Autozubehör-Shop die Flüssigkeiten einkaufen, die nicht im Landy auf dem RoRo-Schiff sein durften. Am Abend feiert Ines ihren Geburtstag in einer fröhlichen Runde. Ihre Ukulele sorgt für beschwingte Stimmung, wie so oft auf der Landweg nach Australien Tour.

30. Juli / 190 Km; Grenzübertritt nach Mosambik; Ziel Marracuene

Vor der Grenze an einer Tankstelle ist der Treffpunkt mit den „Wechselstube“, die fest in Frauenhand ist. Vor den Fahrzeugen wechseln die Notenbündel die Hände.
Die Ausreise aus Südafrika geht flott. Zuerst bei der Immigration den Pass abstempeln lassen. Dann das Carnet de Passage stempeln lassen. Weiterfahrt an die Grenze von Mosambik. Gatepass vom Zöllner. Bei der Covid-Station die Impfbestätigung vorweisen. Dann zum Passbüro und den Einreisestempel zu erhalten. Das Visum, das vorgängig zu Hause beantragt werden muss, wird geprüft. Dann an den Schalter um das Carnet stempeln zu lassen. Die Beamtin ist mit diesem Formular nicht sehr versiert. Wir Overlander erklären ihr, wo gestempelt und unterschieben werden muss. Dies ist für uns einfacher als der ausführliche Papierkram auszufüllen. Normalerweise gibt es hier ein Formular „licença de importaçâo temporaia de viaturas“. Die Haftpflichtversicherung haben wir bereits online angemeldet. Die Inspektion des Fahrzeuges nah Bier und tierischen Produkten, die verboten sind zu importieren, war schnell erledigt. Den Gate-Pass dem letzten Grenzbeamten aushändigen und weiter geht’s. Nach zwei Stunden ist das Prozedere abgewickelt.
Die Telefonkarten beschafften wir in einer kleine Bar nach der Grenze. Das Aufschaltprozedere erlegigte die Tochter des Besitzers eloquent.

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