Piemont – Südfrankreich (Nov. 2019)

Alba

Nach Australien wollten wir unsere Reise von 2 1/2 Jahren gemächlich ausklingen lassen. Eine so herrliche Reise wie wir sie geniessen durften, soll man nicht wie ein “Filmriss” abrupt beenden. Nach den Besuchen bei unseren Lieben war Camping in der Nebensaison bei kühlerem Wetter angesagt. Piemont und Südfrankreich waren unter anderem unsere ehemaligen Familiendestinationen. In Alba ist im Oktober und November Trüffelsaison. Die ganze Stadt, jedes Geschäft und Restaurant rochen nach Trüffel. Wir kauften im selben kleinen Familienbetrieb unsere Tajarin und Trüffelpasta ein; wie vor Jahren. Auch der Genuss des Espressos in der Kaffeerösterei durfte nicht fehlen.

Barolo- und Langhe-Gebiet

Die kreative lokale Küche war ein Genuss. Erstmals sahen wir von La Morra aus die Walliser Alpen Monte Rosa-Südwand, Lyskamm, Breithorn, Matterhorn etc. Andere Jahre hatte es immer Dunst und Nebel in der Ebene.

Cassis

Cassis kannte wir vom Klettern in den Calanques. Diese Kalkfelsen waren für uns die ersten Mehrseillängen im Frühjahr. Auch der Camping “Les Cigales” existiert noch, wo wir vor Jahren mit den Kletterkameraden die Zelte aufschlugen. Marcel Pagnols Trilogie Marius, Fanny & Cesar spielte in Marseille und wurde in den 1930er Jahren verfilmt. Im Restaurant an der Mole genossen “Moules provencales” und liessen vor dem Filmplakat unsere Französisch-Literatur der Maturitätsklasse revue-passieren.

Saint-Rémy-de-Provence

Hier waren schon die Römer (Triumphbogen und Mausoleum), der Arzt Nostradamus und Van Gogh. Uns interessierte jedoch mehr das Zeitgenössiche. Nach einem leckeren Mittagessen folgten wir den Einheimischen in die Arena. Hier begann der “Course Camarguaise”, der südfranzösiche Stierkampf. Hier ist der Stier der Sieger, erntet die Lorbeeren und darf wieder auf die Weide zurück. Der spielerische Kampf und Kräftemessen zwischen Tier und Mensch hat eine lange Tradition. Die jungen Männer versuchen die Kokarde zwischen den Hörnern des Stiers abzureissen…..

Course Camarguaise – Finale

Ob dies gelingt oder nicht, meistens endet das Kräftemessen zwischen Stier und Raseteur (“Stierkämpfer”) mit einem rettenden Sprung des jungen Mannes über die Arenabande….

Salon-de-Provence

Wir campierten ein paar Tage auf einem Bauernhof. Die Koordinaten hatten wir von Peter und Heidi – Freunde, die wir am 10. Juni in Bittersprings / Australien getroffen haben. Freudiges Wiedersehen nach einem halben Jahr! Sie sind mit ihrem Landy Td4 und dem “Eribeli” (Wohnwagen) unterwegs. Von hier unternahmen wir gemeinsam Ausflüge in die Region. In Salon-de-Provence besuchten wir eine Kunstausstellung und die Broccante. Auf der Visitenkarte des “Les Tables De La Fontaine” steht “Restaurant CH’Ti”. Weshalb “CH’Ti”? Weil hier im Quariter alles CH’Ti wohnen, war die Antwort der Chefin. Der Anfang des Films “Bienvenue Chez les Ch’tis” (Jahr 2008) wurde hier in der Fussgängerzohne gedreht. Es war der beste französische Film mit über 20 Mio. Besuchern in Frankreich. Die Geschichte handelt von der Strafversetzung des Postbeamten Philippe in die nördliche Provinz Frankreichs. Freunde erzählten Philippe, dass die Temperatur dort an sonnigen Tagen knapp über Null Grad geht und die Menschen einen komischen Zischlaut-Dialekt (Ch’Ti) sprechen….Die Atmosphäre im Restaurant “Ch’Ti” war sehr familiär und der Lapin (Hasenschlegel) ausgezeichnet.

Les Baux-de-Provence

Im Jahr 1822 Bauxit gefuden. Es enthält eine Aluminiumverbindung, aus der durch Elektrolyse reines metallisches Aluminium gewonnen werden kann. Heute ist “Les Baux” auf der Bucket-List der Touristen wegen der Burg, den Kunstausstellungen und den Gässchen.

L’Isle-sur-la-Sorgue

Nach Paris und London ist “L’Isle-sur-la-Sorgue” das drittgrösste Zentrum für Antiquitäten. Hier werben über 200 Händler um Kunden.

Avignon

Von 1309 bis 1423 war Avignon Sitz des Papstes, da dieser sich in Rom nicht mehr sicher fühlen konnte. Als der offizielle Papst wieder in seinen Palast nach Rom zurückgekehrt war, regierten in Avignon die Gegenpäpste.
Der legendäre Pont d’Avignon war lange Zeit der einzige Rhôneübergang; die Brücke stürzte im 17. Jahrhundert wegen gewaltiger Rhône-Hochwasser wiederholt ein und wurde mehrfach wieder aufgebaut, bis man sie nach den Zerstörungen von 1669 aufgab.