Northern Territory (Mai – Juni 2019)

13. Mai / 250 Km; Erlunda RH – Yulara
14. – 19. Mai; Yulara

Der Uluru – Kata Tjuta Nationalpark bewahrt zwei der grössten Natur- und Kulturschätze Australiens. Uluru (Ayers Rock) und Kata Tjuta (Olgas).
Am 26. Oktober 1985 wurde der Uluru an den indigenen Stamm der Anangu zurückgegeben. Sie leben seit über 30’000 Jahren in dieser Gegend. Der Park wird gemeinsam von einem Gremium aus 8 Personen (4 Anangus, 2 austr. Ranger und 2 Politiker u. Touristiker) verwaltet. Ab „Giving-Back-Day” 26. Oktober 2019 wird die Besteigung des grössten Monoliten verboten. Die Anangus, wie alle australischen Ureinwohner, gehören zu den ältesten Kulturen der Menschheit auf diesem Planeten. In Australien gab es 260 indigene Sprachen. Heute werden noch 120 Sprachen gesprochen. Arabische Ziffern werden nicht verwendet. Die Zahlenreihe besteht aus 1, 2, 3 und Viel. Schriftzeichen werden nicht benötigt. Das Wissen wird in Felszeichnungen von Generation zu Generation weitergegeben. Am Uluru gibt es einen „Man Cave“ . Im „Jünglingscave“ werden die Pubertierenden von den Grossvätern auf ihre künftigen Aufgaben und Verantwortung als Männer vorbereitet. Im „Women Cave“ geben die Grossmütter ihr Wissen den Mädchen weiter. Dann gibt es noch eine „Altenhöhle“. Die Anangus sind ihrer Tradition sehr verpflichtet und fühlen sich verantwortlich für alles was auf ihrem Land geschieht. Sie fühlen sich auch verantwortich für die zahlreichen Unfälle am Monolit. Deshalb das Verbot der Besteigung.
Die Sippen hatten keinen grossen Austausch untereinander. Jeder Stamm hatte aber Wissen über Wasserlöcher und wo welche Nahrung gefunden werden kann. In den späten 1970er Jahren gab es eine grosse Dürre. Der junge Lehrer Geoffrey Bardon versammelte verschiedene Sippenmitglierder für einen Wissensaustausch über Orte der Wasserlöcher um die Dürre zu bewältigen. Bardon fragte die Alten um Erklärungen der Zeichen und den Geschichten, die damit verbunden sind. Dies war in Papunya der Anfang einer Aborigines Kunstbewegung, die heute ein weltweites Ansehen hat. Zahlreiche Werke sind in Museen rund um den Globus ausgestellt. Jede Sippe hat ihre eigenen Dreamlines, Geschichten und Symbole. Diese Kunst gab eine völlig neue Sicht auf die Landschaft und Kulturen Australiens. Die Kunstwerke erzählen Geschichten, Mythen und Legenden sowie Gesetze um das tägliche Leben im Busch zu meistern. Nicht alle Bedeutungen der Bilder werden preisgegeben, da sie oft mystischen und geheimen Charakter haben. Sie beinhalten Bräuche, Regeln und uraltes Wissen, die alles durchdringen.

Wir haben an einer Wanderung teilgenommen auf der ein Ranger die verschiedenen Bräuche, Pflanzen und Geologie am Uluru erklärte. An mehreren Abenden haben wir den Uluru im Sonnenuntergang fotografiert. Jedes Mal war es ein spezielles Schauspiel. Nicht nur von der Ästhetik, sondern auch im Wissen, was sich in diesem Kulturraum abspielte.

Einen Sonnenaufgang haben wir auf dem „Field of lights“ erlebt. Hier installierte Bruce Munro, ein Engländer, seine Lichtkunstintallation. In der Nacht fährt man in die Wüste. Da sind 50’000 LED-Lampen, die mit 380 Km Glasfaserkabel verbunden sind. Sie repräsentieren den Sternenhimmel. Gleichzeitig mit der Dämmerung und dem Sonnenaufgang erlöscht langsam das Lichtermeer.

Im Wintiijri Art & Museum erhielten wir einen Vortrag über die Aborigine Kunst von Zentral- und Westaustralien.

Ein Didgeridoo-Workshop und Bush Yarns (Geschichten) rundeten das Kulturangebot ab.

Margrit besuchte bei J.C., einer indigenen Künstlerin einen Workshop in „dot-art“ und malte ihr erstes Bild – und ihre Geschichte – in dieser Kunsttechnik. Ein einmaliges Erlebnis.

Kata Tjuta (Olgas)

43 Km westlich von Uluru liegt die Gebirgsformation der Kata Tjuta (viele Köpfe“) 36 Kuppen, deren Alter auf einige Millionen Jahre geschätzt wird, sind aus einem Monolith erodiert. Wir haben die Rundwanderung durch das „Valley of the Winds“ in 4 Stunden bei angenehmen Temperaturen unternommen.

South Australia II (Apr.-Mai 2019)

22. April / 360 Km; Broken Hill – Burra

Weite, Weite, Weite…….

23. April / 261 Km Burra – Wirra Cove
24. – 28. April / 313 Km Wirra Cove – Penneshaw

Das Wetter auf Kangaroo Island war schon recht herbstlich…. Wir fuhren zur Seal Bay. Die Australien Seals sind hier aus nächster Nähe zu sehen. Sie schwimmen bis zu 100 Km offshore um zu jagen und ruhen sich dann zwei bis drei Tage am Strand aus. Am Campground hatten wir einen Koala über unserem Dach, der Landy-Fan war. Sie mampfen täglich rund 1 Kg narkotisierende Eukalyptusblätter und schlafen dann bis zu 20 Stunden.

Am andern Ende der Insel hat es geologisch interessante Gesteinsformationen. Vor rund 500 Mio. Jahren bildete sich im Erdinnern eine Granitmasse, die sich vor 200 Mio. an die Oberfläche hocharbeitete. Seit diesem Zeitraum erodierte das Gestein und es entstanden fotografisch spannende Formationen.

29. April / 184 Km, Penneshaw – Adelaide
30. April – 2. Mai Adelaide

In Adelaide hatten wir dies und das zu erledigen. Bei „P.C.B. Land Rovers“ haben wir eine lästige Vibration am Unterboden beheben lassen. Peter Brown, der Eigentümer, wurde mir auf Tasmanien von John S. empfohlen als sehr kompetenter Mechaniker. Peter kam vor über 20 Jahren aus England nach Adelaide und kümmert sich sehr engagiert um sämtliche Land Rover Modelle. Obwohl er vier Wochen ausgebucht war, hat er sich die Zeit genommen für den Schweizer Landy, der auf Reise ist in Australien. Super und herzlichen Dank.

Am Abend waren wir bei Manuela und Martin zu einem Wurstsalat (mit Schweizer Käse) eingeladen. Sie haben sich auf unsere Verschiffungstips für Australien abgestützt. Anderntags kauften wir auf ihre Empfehlung auch im Central Market Schweizerkäse ein. Abends gab es ein herrliches Fondue bei kühlen, herbstlichen Temperaturen.

Wir besuchten das Kunstmuseum, ein Kulturzentrum, den Botanischen Garten, die Staatsbibliothek und das Nationale Weincenter Australiens. Dort haben wir an einem Regentag Blog geschrieben und den einen oder andern Wein verkostet.

3. Mai / 299 Km; Adelaide – Wilmington
4. Mai / 161 Km; Wilmington – Rawnsley Park Station, Flinders Ranges

Wir fuhren in die Flinders Ranges. Diese Gebirgsformationen sind geologisch sehr interessant, da sie zu den ältesten der Erde zählen. Hier wurden die ersten Lebewesen, in versteinerter Form gefunden (Dickinsonia costata). Die Geologische Formation heisst Ediacaran im Cambrium und ist 650 bis 520 Millionen Jahre alt. Wir haben uns aber nicht nur mit Geologie rumgeschlagen, sondern sind über Schotterstrassen noch tiefer ins Outback gefahren, um die Felsformationen im Abendlicht zu fotografieren und ein Sunset Bier zu trinken.

5. Mai / 106 Km; Alpana Farm Station

An diesem Abend haben wir ein Campfire angezündet. Die Australier Paul und Janine, auch Langzeitreisende, haben sich zu uns gesetzt und wir plauderten bis tief in die Nacht am Feuer.

6. Mai / 120 Km; Alpana Station – Hawker

Heute waren Outbackpisten (Schotter und Wellblech) auf dem Programm. Wir fuhren über den keinen Bergbauort Blinman durch die Parachilna Gorge. Im Prärie Hotel verköstigten wir uns mit den „australischen Verkehrsschilder“. Auf dem Teller
war Känguru, Kamel, Emu und Ziege, leckere Delikatessen. Zurück nach Hawker fuhren wir den gewellten und schottrigen Moralana Track.

7. Mai / 122 Km; Hawker – Port August

Wir fuhren der alten Bahnlinie des Ghan entlang. Die grosse Northern Railway wurde 1878 eröffnet und fuhr von Port Augusta, der alten Hafenstadt, bis nach Alice Springs (1922 eröffnet). Auf der Strecke wurden Farmen und kleine Ortschaften mit dem Nötigsten versorgt. Im 2. Weltkrieg hatte diese Strecke eine grosse Bedeutung. Von 3 Zügen fuhren plötzlich 56 Züge pro Woche diese Strecke. 1980 fuhr der letzte Zug von Marree nach Oodnadatta.

Auf dem Rückweg gerieten wir in den ersten Sandsturm. In den 1930er Jahren blieben die Fahrzeuge stecken und wurden stehen gelassen, wenn sie nicht mehr funktionierten.

8. Mai / 193 Km; Port Augusta – Woomera

The Royal Flying Doctors

In Port Augusta besuchten wir eine Basis der RFDS. 1912 wurde Pfarrer John Flynn zum Leiter des Departments der Australischen Presbyterianer Kirche im Outback ernannt. Er realisierte, dass viele Mineure, Farmer und Missionare starben, bevor sie medizinische Unterstützung erhielten. Er liess Spitäler im Busch bauen, die mit Krankenschwestern besetzt waren. Ärzte waren dringend nötig. Im Mai 1928 flog der erste Arzt ins Outback. Die Royal Flying Doctors waren lanciert. Im ersten Jahr wurden 255 Patienten medizinisch versorgt und 4 Menschenleben gerettet. Alf Traeger entwickelte einen Pedalbetiebenen Generator, der eine Funkstation betrieb. Diese Geräte wurden auf die Stations (Farman) verteilt. Gleichzeitig wurden Medikament Kisten stationiert. Die Outbackbewohner konnten dem Arzt die Symptome schildern und entsprechend die verordneten, nummerierten Medikamente aus der Kiste nehmen. Parallel wurde die „School oft he Air“ gegründet. Eine Lehrkraft unterrichtete die Kinder im Outback über Funk. Heute besitzen die Royal Flying Doctors 69 Maschinen (hauptsächlich Schweizer Pilatus P-12) Jüngst wurden 2 Pilatus-24 Maschinen, die in der halben Zeit dieselbe Strecke bewältigen und einen Patienten mehr transportieren können. 2017 wurden über 300’000 Patienten, eine Person alle 2 Minuten, transportiert und eine Strecke von 26 Millionen Kilometer – oder 34x Erde-Mond-retour.

9. Mai / 450 KM; Woomera – Coober Pedy

Len Beadell, der im WK II in New Guinea im Army Survey Corps war, erhielt 1947 den Auftrag, mit seinem Team ein Gelände in der Wüste für militärische Zwecke zu erkunden.

In Woomera wurde 1947 gemeinsam mit den Engländern ein militärisches Testzentrum im Outback gegründet. Die Fläche ist so gross wie England und somit das grösste, gesperrte Testgebiet. Hier zündeten zwischen 1953 bis 1964 die Engländer 9 Atombombentest. Der Ort Woomera hatte damals 7’000 Einwohner, heute sind es keine 200 mehr. Gemäss Reiseführer wird die unrühmliche Nutzung der Sperrgebiete bis heute gerne verschwiegen, da die Ureinwohner des Gebietes und die zahlreichen Soldaten erhebliche Strahlenschäden erlitten. Erst 1999 wurden Entschädigungszahlung entrichtet. Hier besuchten wir das Museum. Die damalige Technik wird ausführlich präsentiert. 1966 schossen die Ingenieure eine Rakete in das Testgebiet ab. 1998 wurde der Datenrecorder in der Simpsondesert gefunden. Das Bauteil ist im Museum zu sehen – die Rakete im Aussengelände.

Len Beadell erschloss anschliessend 6’500 Km Strasse und Piste im Outback Australiens. Während 41 Jahren erschloss er 2,5 Millionen Quadratkilometer Outback: Great Sandy, Gibson und Great Victorian Wüste. Len fuhr zeitlebens Land Rover (Series I, II, III/Defender). Er schrieb mehrere Bücher über seine Erlebnisse im Busch.

10. Mai / Coober Pedy

Am Abend nach der Ankunft fuhren wir noch 45 Km Schotterpiste zum Kanku –Breakaway Park. Der Park gehört den Antakirinja Matu-Yankunytjatjara Aboriginal Corporation (AMYAC). Hier ist auch der Dogfence, 5’500 Km der längste Zaun der Welt. Er führt von der West- an die Ostküste Australiens. Der Zaun wurde gebaut um zu verhindern, dass die wilden Hunde (Dingos) vom Norden nicht im Süden die Schafe und Kälber reissen. Die Dingos fressen Kängurus, Wallabys, Hasen etc. In Südaustralien sind 2’200 Km Zaun von den Farmern zu unterhalten, wofür sie vom Staat entschädigt werden.

In Coober Pedy leben rund 2’500 Menschen, die meisten im Untergrund. Die Dugouts sind alte Opalminen die zu Wohnungen umfunktioniert wurden. Die Raumtemperaturen liegen Sommer und Winter bei 23 Grad Celsius, während sie Übergrund zwischen 5 und 50 Grad liegen.

Im Untergrund besuchten wir eine Kirche, einen Buchladen, ein Opalmuseum und eine alte Mine.

11. Mai / 234 Km; Coober Pedy – Marla
12. Mai / 254 Km; Marla Road House – Erlunda Road House

Auf dem Weg nach Norden trafen wir auf die „Shitbox-Rally“ am Kulgera Roadhouse. (Shitbox = alte, wertlose Karre). Die Rally führt von Perth nach Sydney. Die alten Fahrzeuge, reich verziert und nur noch ein paar hundert Dollar wert überbringen die gesammelten 2,5 Mio. AUS-$. Es sind 240 Fahrzeuge, ein Werkstattwagen und etliche Abschleppanhänger…

Der Teammechaniker Alex fährt auch einen australischen Landy, Baujahr 1982 und hat 840’000 Km auf dem Tacho. Dier erste Motorenrevision war bei 620’000 Km.

Der Pub Kulgera hat eine reichlich verzierte Decke – alles originelle Souvenirs von Gästen……