Singapur (Mai 2018)

27. – 29. Mai / Melaka – Singapur

Wir reisten mit einem Bus nach Singapur, da ausländische Fahrzeuge keine Verkehrserlaubnis erhalten. Singapur ist flächenmässig der kleinste Staat Südostasiens und Mitglied des Commonwealth of Nations. Rund 6 Mio. Einwohner – 76,8 % Chinesen, 13,8 % Malaien, 7,9 % Inder und 1,4 % andere. Rund 1,5 Mio Menschen sind Gastarbeiter aus den umliegenden Ländern. Singapur hat äusserst strenge Vorschriften. Seit 1991 wurden mindestens 420 Menschen hingerichtet – 90 % davon wegen Drogenbesitz. Mildere Strafen sind Stockhieb und mehrere Monate Gefängnis zum Beispiel für illegales Arbeiten.

Singapur ist sehr sauber. Keine Hektik und Lärm. Viel Grünanlagen und saubere Luft. Richtig erholsam im Vergleich zur einen oder andern Stadt, die wir bereist haben.Ganz speziell gefiel uns die vielfältige und moderne Architektur der Marina Bay, des Regierungsviertels und Finanzdistriktes.

Wir besuchten die Quartiere der Araber, Inder und Chinesen. Wobei nach 10 Wochen Indien und einem Monat China waren die Quartiere nicht mehr so prickelnd. Die Autentizität fehlte (Gerüche, Gestank, Lärm und Hupen, Kühe auf der Strasse etc.) im sauberen Singapur.

Als Kontrast genossen wir die Ruhe und Schönheit des Botanischen Gartens. Insbesondere orginell waren die Neuzüchtungen, die alle den Namen eines internationalen Politikers oder Würdenträgers haben, die den Garten besuchten: Vanda Ban Ki-mon; Margret Tatcher, Angela Merkel, Her Majesty Princess Michiko of Japan, Royal Higness Wiliam Catherine, Memoria Princess Diana. Orginell war die Farbe und Musterung der Orchideen und der passende Namen dazu. Bei Frau Tatcher zum Beispiel das typische kleinblumige Muster – rote Tupfer auf weissem Grund-, das oft auch auf englischem Porzellan, Damenblusen etc. abgebildet ist; bei Diana blütenweiss.

Malaysia (Mai 2018)

15.-16. Mai / 210 Km; Perlis – Georgetown (Penang)

Am 22. Augutst 2017 sind wir zu Hause losgefahren. Nach knapp 9 Monaten haben wir distanzmässig unsere Erde auf dem Äquator umrundet und mit dem Grenzübertritt nach Malaysia 40’071 Km mit unserem Landy unfall- und pannenfrei zurückgelegt. Wir haben unzählige freundliche Begegnungen mit Menschen gehabt. Zahlreiche Länder bereist und entsprechend etliche Grenzübertritte absolviert. Für all das sind wir sehr dankbar und freuen uns riesig.

Penang bezeichnet die 292 Km2 grosse Insel in der Strasse von Malakka als auch den gleichnamigen Bundesstaat Malaysias. Hauptstadt des Bundesstaates und der Insel ist die Stadt Georgetown. Die 13,5 Km lange Penang-Brücke zum Festland wurde 1985 eröffnet und war die längste Brücke Südostasiens.

Auf einer Inselrundfahrt kauften wir im Urwald Früchte, Gemüse und Moskitoschutzmittel aus Naturprodukten ein. Mit dem Caraventa-Standseilbähnli (Thun/Schweiz) fuhren wir auf den Penang Hill hinauf. Chew Jetty, eine von Chinesensiedlern auf Stelzen erbaute Siedlung war früher ein Fischerdorf, heute Touristenattraktion. Beeindruckend war die grosse Schmetterlingsfarm im Penang-Nationalpark. Die Vielfalt der Schmetterlinge war sehr erstaunlich.

17. Mai / 270 Km; Georgetown – Tanah Rata (Cameron Highlands)

18. -19. Mai / Tanah Rata (Cameron Highlands)

In der grössten “Hill-Station” Malaysias weht eine erfrischende Brise mit Eukalyptusduft, malerische Teeplantagen und in den höheren Langen ist der Mossy Forest (Moosurwald). Die Höhenlage zwischen 1500 und 1800 Meter Meer hat Tagestemperaturen um 25 Grad; in der Nacht leicht unter 20 Grad. Wir wissen das sehr zu schätzen, in mildem Klima zu schlafen nach den Tropennächten der letzten Wochen.

Wir fuhren mit alten Land Rovern (Serie III Bj. 1980) zum Mossy Forest hinauf um zu wandern.

20. Mai / 250 Km; Tanah Rata – Taman Negara

21. Mai / Taman Negara (Nationalpark)

Taman Negara weist mit seinem 130 Mio. Jahren alten tropischen Dschungel das älteste Waldgebiet der Erde auf. Die Tier- und Pflanzenwelt konnte sich auf der malaysischen Halbinsel mehr oder weniger ungestört entwickeln, während sich die Gegebenheiten auf dem Rest der Erde unter dem Einfluss von Eiszeiten, Klimaschwankungen und des Meeresspiegelniveaus veränderten.

Im Reservat kommen zahlreiche Grosstierarten, wie der asiatische Elefant, der Leopard, Wildschweine, Schabrackentapir, Hirsche und Affen vor. Über 600 Vogelarten, 1000 verschiedene Schmetterlinge und unzählige Käfer und Insekten wurden gezählt.

Wir unternahmen eine Dschungelwanderung und Canopy Walk (Hängebrücken im Urwald). Zudem fuhren wir mit Flachbooten einen schmalen, seichten Fluss hinauf in den Urwald. In natürlichen Flusspools haben wir in dem moorigen Wasser gebadet. Nur die Affen auf den Bäumen staunten über die andersartigen Artgenossen.

22. Mai / 230 Km; Taman Negara – Beserah bei Kuantan

Unterwegs machten wir Mittagsrast. Plötzlich hielt ein Auto und der Fahrer nannte unseren Heimatkanton, als er das Nummernschild sah. Grosses Staunen unsererseits. In jungen Jahren absolvierte er die Hotelfachschule oberhalb Montreux. Junge Menschen aus über 50 Ländern waren dort in der Ausbildung. Er arbeitete anschliessend bei grossen Hotelketten in Malaysia. Nun sei er pensioniert und züchte Ananas. Flugs hatten wir drei Exemplare auf der Kühlerhaube. Wir plauderten noch eine Weile und beantworteten Fragen zur Europapolitik und der UNO-Mitgliedschaft der Schweiz – und dies in Malyasia zwischen Palmölplantagen beim Picknick. Was früher Urwald war, wurde grossflächig abgeholzt und nun ermöglichen Monokulturen von Palmen, aus deren Früchte Öl gepresst wird, wesentliche Einnahmen des Landes.

23.- 24. Mai / Besarah

An der Ostküste, die viel weniger dicht besiedelt ist im Vergleich zur Westküste, haben wir zwei Tage an den langen Sandstränden gebadet. Das Swiss Garden Beach Resort hatte eine vorzügliche und vielfältige Küche.

In der Nacht hatten wir die Gelegenheit, mit einem Ranger grüne Meeresschildkröten bei der Eiablage zu beobachten. Die weibliche Schildkröte grub ein 40 cm tiefes Loch, in das sie gegen 100 Eier legte. Die Sonne brütet die Eier aus. Eine Sandtemperatur über 29,5 Grad bringt Weibchen zur Welt; unter 29 Grad schlüpfen Männchen. Die Jungen schlüpfen nach 45 – 60 Tagen und kriechen anschliessend zum Meer zurück. Im Erwachsenenalter kommen sie an denselben Strand zurück, an dem sie das Licht (und Wasser) der Welt erblickten. Sie erreichen ein Alter von rund 50 Jahren und werden gegen 180 Kg schwer.

25. Mai / 290 Km; Besarah – Melaka

26. Mai / Melaka

Melaka hat rund 400’000 Einwohner und ist seit 2004 UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt hat der Meerenge zwischen Malaysia und Sumatra den Namen gegeben. Täglich passieren hier 3000 Containerschiffe. Bis ins 15. Jh. tauschten in der florierenden Hafenstadt Melaka die Chinesen, Inder und Araber ihre Waren. Im Jahre 1511 eroberten portugiesische Truppen die Stadt; bis 1641 blieb sie unter der Herrschaft der Portugiesen. Als sie vertrieben wurden, haben sie alle Schätze, Gold und Gewürze in ein grosses Segelschiff geladen. Kürz vor der Küste sank der Kahn; eine Replika steht heute am Quai. Dann eroberten die Niederländer Melaka und herrschten dort bis 1824. Anschliessend gehörte die Stadt bis zur Unabhängigkeit 1957 zum britischen Königreich. Entsprechend dieser Völkervielzahl waren wurden Moscheen, chinesische und indische Tempel und christliche Kirchen gebaut. Die unterschiedlichen Religionen lebten friedlich zusammen. Entsprechend vielfältig sind auch die Baustile und Quartiere.

27. – 29. Mai / Singapur (separater Bericht)

30. Mai / Port Klang – Kuala Lumpur

Nachedem wir einen ganzen Tag auf die Zollabvertigung warteten und nichts passierte, stellen wir die Fahrzeuge kurzerhand in den Hafen.

31. Mai – 1. Juni / Kuala Lumpur

Das Wahrzeichen von Kuala Lumpur sind die Petronas Towers. Sie sind mit 452 Metern die höchsten Zwillingstürme der Welt und wurden zwischen 1998 und 2004 erbaut. Zum 86. Stock führt ein Lift hoch. Die Türme sind das perfekte Sinnbild für den rasanten Aufstieg der Stadt von einer Zinnarbeiterstätte hin zu einer wohlhabenden Metropole des 21. Jahrhunderts. Vor 150 Jahren schlugen Zinnarbeiter eine Basis in den Dschungel. Malaien, chinesische Erzsucher, indische Emigranten und Briten prägten mit ihren kulturellen Traditionen das Stadtbild. Tempel und Moscheen stehen zwischen supermodernen Türmen und Einkaufszentren.

In Kuala Lumpur (KL) erkundeten wir die Stadt mit einer Rundfahrt. Wir besuchten den Medeka Square mit dem Sultan Abdul Samad Gebäude. Heute ist das oberste Gericht und ehemals die Verwaltung dort angesiedelt. Die Nationalmoschee Masjid Negara, das Nationaldenkmal, das an die 1950 erlittene Niederlage der Kommunisten erinnerte und der Königspalast waren auf unserer Besuchsliste. Am späteren Nachmittag und Abend durchstreiften wir die Shoppingmalls und die langen Verbindungstunnels, welche die verschiedenen Türme und Einkaufszentren miteinander verbinden. Am Abend zogen ein klassisches Japanlokal den zahlreichen Sushi-lokalen vor, in denen die Häppchen auf dem Förderband vor der Nase vorbeigleiten.

Um diese Jahreszeit gibt es tagsüber ausgiebige Gewitter. Diese Gelegenheit benützten wir, um das Aquarium zu besuchen. Am Abend gönnten wir und ein Abschiedsessen von Malaysia beim Japaner – in Erinnerung an unsere Japanreise von 2016.

2. Juni / Port Klang; Fähre

Wir waren um 08:00 am Fährhafen für die Zollabfertigung, die eine Stunde dauerte. Mit 2 stündiger Verspätung schipperten wir mit einer schnellen Personenfähre in Port Klang los. Sie benötigte 4 Stunden für die Überfahrt nach Sumatra. Wir passierten ein Segelschiff von „Greenpeace“ das in den Hafen einlief. Weiter draussen in der Strasse von Malakka sichteten wir unseren Schleppzug mit dem Ponton, auf dem die Fahrzeuge nach Indonesien transportiert werden. Die Fahrt dauerte 36 Stunden. Diese Pontontransporte seien beliebte Ziele der Piraten, erzählte der Kapitän. Sie entern über die Rückwand der Pontons, da vom Schlepper aus dieses Blickfeld versperrt ist und bedienen sich an Hab und Gut. Diesmal ging die Überfahrt ohne Entern über die Andamanensee. Gelohnt hätte sich für die Piraten das Frachtgut allemal…..

Malaysia – Land Rover (Mai 2018)

Land Rover in den Cameron Highlands

Elefanten haben ein langes Leben und sterben an einem einsamen Ort. Dasselbe Schicksal erfahren hier die Land Rover der Serie II, Serie III und Tdi 200er (Baujahre 1958 bis anfangs 90er Jahre). Auf keinem Flecken der Erde gibt es vermutlich so eine hohe Dichte an alten Land Rovern. Die offiziellen Schätzungen liegen bei rund 7’000 Landys. Die meisten sind noch auf den Berg- und Feldwegen unterwegs. Der Grund liegt darin, dass viele Briten nach und nach das Land verlassen haben, als die Kolonie 1957 unabhängig wurde. Sie liessen ihre Landys zurück. Der andere Grund liegt darin, dass die landwirtschaftlich genutzten Fahrzeuge eine Steuerbegünstigung hatten und dadurch Cameron Highlands nicht verlassen durften. Gibt ein Fahrzeug den Geist auf und ist nicht reparabel, lässt es der Besitzer im Hinterhof oder am Strassenrand stehen. Werkstätten gibt es hier nicht. Jeder Landybesitzer schraubt selbst. Benötigt er ein Ersatzteil, beschafft er es aus einem Autowrack. Oder verliert ein alter Landy beim Radmittnehmer Öl, wird kurzerhand ein Stück Segeltuch dazwischen geschraubt und fertig ist die Reparatur. Die Land Rover sind sehr beliebt, da sie Steigungen von 35 % locker im Allrad und Geländegang bewältigen.

Malaysia – Info (Mai 2018)

Malaysia ist eine konstitutionelle Wahlmonarchie mit rund 30 Mio. Einwohnern, bestehend aus 13 Bundesstaaten auf der Malaiischen Halbinsel oder Westmalaysia mit der Haupstadt Kuala Lumpur und Ostmalaysia auf Teilen der Insel Borneo. Zwischen den beiden ungefähr gleichgrossen Landesteilen liegt das Südchinesische Meer. Malaysia entstand 1963 aus vier ehemaligen Teilen des Britischen Empire. Staatsoberhaupt ist König Yang di-Pertuan Agong. Der König wird alle fünf Jahre aus einer Reihe von neuen Adelsträgern gewählt. Das Parlament hat ein Ober- und Unterhaus nach englischem Vorbild. Malaysia ist Gründungsmitglied des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN) und ist ein aufstrebendes Schwellenland.

Die Bevölkerung Malaysias – rund 30 Mio. Menschen – setzt sich folgendermassen zusammen

– 50,4 % Malayen
– 23,7 % Chinesen
– 11,0 % indigene Völker
– 7,1 % Inder
– 7,8 % Andere

Die Amtssprache ist Malayisch. Die englische Sprache geniesst aufgrund der langen britischen Kolonialzeit in Malaysia eine besondere Rolle und ist für viele Malayer Zweitsprache. Das Chinesische spielt aufgrund des Bevölkerungsanteils auch eine wichtige Rolle. Zahlreiche indische Sprachen wie Tamilisch, Telugu und Malayam sind ebenfalls verbreitet. In Malaysia werden insgesamt 140 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Der Islam, zu dem sich 60 % der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion.

Malaysia ist reich an Bodenschätzen und Rohstoffen (Zinn, Kautschuk, Palmöl, Erdöl) Seit Beginn der 1990er-Jahre erfolgte eine rasante industrielle Entwicklung, die das Land in die Reihe der aufstrebenden Schwellenländer aufrücken liess. Malaysia gilt ökonomisch und politisch als eines der stabilsten Länder Südostasiens.