Rajasthan – Indien (Feb. 2018)

Der Bundesstaat Rajasthan entstand 1949 aus 22 feudalen Fürstentümern. Er erstreckt sich im Westen von der riesigen Wüste Thar bis in die Nähe zu den Ruinen des antiken Delhis. Rajasthans extravagante Paläste, mächtige Festungen und verzierte Tempel bilden eine der grössten Ansammlungen architektonischer Denkmäler. Rajasthan ist eines der wichtigsten Gewürzanbaugebiete Indiens. Der grösste Korianderumschlagsplatz befindet sich hier. Auch die wichtigen Curry-Bestandteile Bockshornklee und Kreuzkümmel werden hier im grossen Stil angebaut.

10. Feb. / Neemuch – Udaipur, 140 Km; Rajasthan

Heute Abend ist Bergfest. Dies ist in der Mitte der Reise. Bergfest auf dem Gipfel deshalb, weil die Hälfte der begleiteten Abenteuerreise hinter uns liegt. Aber nicht jeder Berg ist so gleichmässig symetrisch wie der Niesen von Oberhofen aus gesehen. Zumal die erste Hälfte nicht die erste Hälfte Margrit’s und meiner Reise ist. Unsere geht dann hoffentlich noch weiter in Australien. Deshalb wäre „Älplerchilbi“ angemessener. K.A. liess die Ereignisse der ersten 164 Tage der Reise in launischen Versen revuepassieren.

11. – 12. Feb. / Udaipur / Rajasthan

In Udaipur leben rund 470’000 Einwohner. Seine malerische Kulisse ist Schauplatz zahlreicher Filme. Unter anderem wurde hier 1983 der James Bond Film „Octopussy“ gedreht. Im 16 Jh. prosperierte die Stadt, die nach und nach um den vornehmen Stadtpalast am Ostufer des Sees herum wuchs. Im 18 Jh. verbündeten sich die Herrscher Udaipurs mit den Briten und behielten die Unabhängigkeit bis 1947, als der berühmte Staat Mewar schliesslich in die neugegründete Nation Indien aufging. Eine wahre Farbenpracht sind die Turbane der Männer, mit ihren gezwirbelten Schnurrbärten und den schönen Saris der Frauen.
Bereits 2012 bereisten Margrit und ich in einer kleinen schweizer Reisegruppe, geführt von Juzef Edelmann, Rajasthan. Somit sind uns doch einige der Sehenswürdigkeiten vor Ort bekannt. Auch auf dieser Reise besichtigen wir den Stadtpalast. Der wunderschön über dem malerischen Pichola-See gelegene Palastkomplex ist nicht nur der grösste Palast Rajasthans, sondern auch einer der schönsten Paläste Indiens. In einem Teil des Palastes wohnt immer noch der Maharana. Ein grossteil der Gebäude ist als Museum öffentlich zugänglich.
Zum Sonnenuntergang unternehmen wir noch eine Bootsfahrt auf dem Pichola-See und geniessen Udaibpur im Abendlicht.

Anderntags gehen wir mit T & M nochmals in die Stadt. Auf der Dachterrasse des Hotel Lake Pichola geniessen wir ein leckeres Mittagessen und die herrliche Aussicht auf die Altstadt von Udaipur.

13. Feb. / Udaipur – Ranakpur, 80 Km; Rajasthan

Am Nachmittag besuchten wir das Nonplusultra der Tempelbauten. Im 15. Jh. liess ein reicher Kaufmann, der dem Jainismus anhing, einen Tempel aus Marmor erbauen. Der Haupttempel wurde 1439 erbaut. Seine 4 Stockwerke stehen auf einer Plattform von 72 x 72 Metern und werden von 1440 Marmorsäulen, die kunstvoll von den Steinmetzen behauen wurden, getragen. Keine Säule gleicht der andern! Im Innern stehen 72 verzierte Schreine. Die Architektur ist geprägt von den Zahlen 4 und 72.

14. Feb / Ranakpur – Jodhpur, 170 Km; Rajasthan

Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit, die ethnische Minderheit der Bishnois zu besuchen. Sie befolgen 29 Gebote, die das Gemeinschaftsleben und die Beziehung zur Natur regeln. Ihre Einkünfte stammen von Handwerkserkeugnissen, Weberei und Opiumerzeremonien.

15. Feb. / Jodhpur; Rajasthan

Die „Blaue Stadt“, benannt nach den unzähligen blauen Häuserfassaden, ist geprägt vom 1459 erbauten, majestätischen Mehrangarh Fort. Der blaue Fassadenanstrich entsteht, wenn dem weissen Gipsverputz Indigo beigemischt wird. Dies zum Schutz gegen Insekten und Sonneneinstrahlung. Mitglieder der Bramanenkaste wohnen in den Häusern. Die Maharadschas wurden auf einem eigenen, königlichen Einäscherungsgelände verbrannt und die Asche beigesetzt. Das Sonnenlicht in Jodpurs engen Gassen der Basare ergibt schöne Fotomotive.

15. Feb / Jodhpur – Siner; Wüste Thar

Der Grossteil der Wüste Thar, d.h. rund 85 % ihrer Fläche, erstreckt sich entlang der indisch-pakistanischen Grenze. Entsprechend hat es zahlreiche Militärcamps in der Wüste.
Am Nachmittag fahren wir zu der Familie von Sumer. Sie lebt mit ihren Tieren auf den Winterweiden. Im Sommer ziehen sie ins Dorf. Wir campen auf einem Naturplatz. Sumer’s Familie hat für uns ein leichtes Wüstennachtessen gekocht: Ziegenfleisch (ganz frisch geschlachtet), Hirsebrot, Maismehl mit Buttermilch zu Pasta verarbeitet und als Dessert Reispudding.

16. Feb. / Siner – Jaisalmer, 270 Km; Rajasthan

17. Feb. Jaisalmer / Rajasthan

Am 17. Besichtigten wir die „Goldene Stadt“ Jaisalmer. Gelb deshalb, da die Befestigungsanlagen aus gelben Sandstein erbaut sind. Sie ist die Wüstenstadt par excellance. Jaisalmer wurde bereits im 12. Jh. gegründet und ist somit fast 300 Jahre älter als Jodpur. Dank der Lange am „Zubringer“ zur Seidenstrasse in Zentralasien wurde die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz für Seide, Opium und Gewürze. Die Stadt gelangte zu beträchtlichem Wohlstand. Die Kaufleute bauten Bürgerpaläste, Havelis genannt. Mit dem Aufstieg Bombays als Hafenstadt war der Überlandhandel rückläufig und entsprechend der Wohlstand Jaisalmers.

Den Sonnenuntergang genossen wir auf einem Dromedarrücken in der Wüste.

18. Feb. / Jaisalmer – Phalodi, 170 Km; Rajasthan

Früher lag Phalodi auch auf der lukrativen Karavanenroute. Heute verirrt sich kaum ein Tourist in diesen Ort. Auch hier gibt es unzählige Havelis. Etliche sind jedoch verlassen, da die Familien nach Mumbai oder Delhi umgesiedelt sind. Sehenswert ist der relativ kleine Jain „Glass Temple“. Seine Dekoration widerspiegelt die Güter der Seidenstrasse. Glasdecke aus Belgien, Delfter Porzellan, Marmor Fussboden aus Carrara und Chinesische Malereien. Diesen Jain Tempel wollten wir besuchen. Herr Moolchand öffnete die verschlossenen, alten Türen für uns. Wir durften sogar fotografieren, obwohl der Tempel noch eine Zeremonienstätte war. Im Anschluss führte er uns in sein Haveli. Sein Vater sammelte über 60 Jahre lang Gebrauchs- Kult- und Kunstgegenstände der Region. Heute ist es ein respektables Museum.

In der Nähe von Palodi überwintern Jungfernkraniche. Sie stammen aus dem Altai (Pamirgebirge) und Kasachstan. Ihre Flugroute ist vermutlich über der Karakorumhighway nach Nordwestindien. So können sie die 7000er und 8000er Berge umfliegen.

19. Feb. / Palodi – Deshnok, 270 Km; Rajasthan

Der Karni-Matar-Tempel (Rattentempel) ist der heiligen Marni Mata geweiht. Sie war überzeugt, dass alle Menschen als Ratten wiedergebohren würden. Zigtausend Ratten bewohnen den Tempel, die den Einheimischen als Inkarnation ihrer Mitmenschen gelten und deshalb liebevoll versorgt werden. Im Tempel leben nur 5-! weisse Ratten, die besonders Glück bringen sollen, wenn man sie sieht. Margirt sah eine davon. Zahlreiche Brautpaare heiraten hier.

20. – 21. Feb. / Deshnok – Pushkar, 170 Km; Rajasthan

In Pushkar findet im November der Kamelmarkt statt. Aber der Ort ist auch bekannt für die Tempelanlagen. Hier befindet sich einer der wenigen Tempel, die dem Gott Brahma gewidmet ist. Im Puskhar-Lake wurde auch ein Teil der Asche von Mahatma Gandhi beigesetzt.

23. Feb. / Pushkar – Jaipur, 140 Km; Rajasthan

Jaipur ist die Hauptstadt Rajasthans und neben Agra und Delhi eines der top-Touristenziele. Die „pink-City“. 1876 wurden die Gebäude der Altstadt rosa angestrichen. König Edward VII kam zu Besuch. Rosa, Farbe der Gastfreundschaft. Der „Palast der Winde“ ist sehenswert. Die Architektur der Fenster u. Fassade sorgt dafür, dass immer ein kühler Luftzug herrscht. Die vergitterten Fenster ermöglichten den Haremsdamen das Geschehen auf der Strasse zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. Jantar Mantar, das Astrolabium ist bekannt für die Darstellungen der Gestirne. Also eine antike Sternwarte.

23. Feb. / Fort Amber; Rajasthan

Das Fort Amber ist UNESCO-Weltkulturerbe und wurde Ende des 16. Jh. erbaut. Der Komplex besteht aus mehreren eindrücklichen Gebäuden. Wir bestiegen die erhöhte Festung auf klassiche Art und Weise: auf dem Rücken eines Elefanten.

24. Feb. / Jaipur – Ranthambore, 150 Km; Rajasthan

1981 wurde das Gelände, das dem Haharaja von Jaipur gehörte, zum Nationalpark erklärt. 62 Tiger leben heute im Park und die Wahrscheinlichkeit ist relativ gross, dass man einen Tiger in freier Wildbahn vor die Linse bekommt. Wir fuhren am späteren Nachmittag mit Jeeps in das grosse Gelände. Vorerst sahen wir zahlreiches Rotwild. Auch 5 Süsswasserkrokodile sonnten sich in einem Tümpel. Plötzlich kam Unruhe in die Truppe. Die Jeeps preschten in einen schmalen Waldweg. Im Nu standen 10 Fahrzeuge verkeilt auf dem Waldweg und behinderten sich gegenseitig. Nur die Gäste der ersten 3 Jeeps konnten in 150 Meter Entfernung einen schlafenden Tiger sehen. Der Verhandlungsbasar, die ersten Jeeps sollen zurückfahren, dass die nahfolgenden auch den Tiger sahen, war grösser als an einem indischen Bahnübergang. Keiner gab nach, das Geschrei der Rangers war indisch laut. Zum Glück hatte der Tiger den Bauch gefüllt. Ansonsten wäre vermutlich Panik ausgebrochen, da kein Fahrzeug hätte fliehen könnte. Die Ranger waren auch nur mit Handys bewaffnet….Da es sehr viel Hirsche und Antilopen im Park gibt, haben die Tiger reichlich zu fressen.

Begegnungen – Maharashtra (Feb. 2018)

Es gibt Fahrstrecken, die uns besser in Erinnerung bleiben als andere. Oft sind sie geprägt von Begegnungen mit Menschen. Wir lachen mit ihnen oder kaufen ihnen ihre Erzeugnisse ab. Unsere „Mittagessen“ an Fahrtagen bestehen oft aus Samosaas (mit Gemüse und Kartoffeln gefüllte dreieckige, frittierte Teigtaschen. Oder Pakoraa – Gemüse / Chillischoten in einer Panade aus Kichererbsenteig gebacken. Interessant sind die verschiedenen Geschmacksrichtungen und die Schärfe der Gewürze je nach Region. Aber auch spannend sind die verschiedenen Tätigkeiten, welche die Menschen verrichten. Solche spontanen Begegnungen sind eher möglich und verhältnissmässig mit einem Landy als mit einem Expeditionstruck.

Baumwolle

Wir sind auf unserer Reise schon an zahlreichen Baumwollfeldern vorbei gefahren. Jetzt sind sie abgeerntet. Die Kleinbauern verkaufen ihre Ernte den Zwischenhändlern. Gewogen wird mit einer alten Balkenwaage. In den Hallen der Sammelstelle wird die Baumwolle gereinigt und zu Ballen gebunden, die dann auf Lastwagen zu den Grossabnehmern gefahren wird.

Kohlearbeiter

Die Arbeiter sind stolz auf ihre Tätigkeit. Auch wenn die Arbeit mühsam und staubig ist. Sie posieren für ein Foto und präsentieren sich im besten Licht. Heben sie die Kohlebehälter, so zeigen sie ihre Körperkraft und strahlen. Mit Traktorfuhrwerken wird die Kohle in den Dörfern an die Menschen verkauft. Dort wo keine Kohle verfügbar ist, sammeln die Frauen den Dung der Kühe und trocknen ihn zu Brennmaterial.

Hochzeitsfest

Wir halten spontan am Strassenrand, weil Musik spielt und eine Hochzeitskutsche auf das Brautpaar wartet. Wir schauen dem Treiben eine Weile zu und schaffen Augenkontakt mit den Menschen. Ein Lächeln, das signalisiert, ob wir ein Foto von ihnen machen dürfen. Jaaa!!! Gleich posiert die Jungmannschaft. Der Brautvater lotst uns in den Garten des Gebäudes und fordert uns auf, Fotos von der Hochzeitsgesellschaft zu machen. Der Bräutigam hat ein stattliches und reich verziertes Gewand an. Die Braut wird von den Brautdamen noch geschmückt. In der Zwischenzeit wird der Bräutigam unter viel Gelächter der jungen Damen „gefüttert/gemästet“ – wohl dass er die Hochzeit (und Hochzeitnacht ?) durchsteht. Zu guter Letzt lädt uns der Brautvater ein, am anschliessenden Fest teilzunehmen und zu bleiben. Das ist indische / orientalische Gastfreundschaft. In unseren Breitengraden ist diese spontane Herzlichkeit eher rar. Wir wären noch so gerne geblieben, hatten aber noch eine längere Tagesetappe vor uns.

Begegnungen am Strassenrand

Drei Rituale haben sich in Indien bei uns herauskristallisiert. Samosaas für’s Mittagessen kaufen, einen Blumenkranz mit Jasminblüten zu erwerben und über den Rückspiegel zu hängen – ersetzt das Blumenfenster von zu Hause! Das 3. Ritual ist einen Chai zu trinken. Das ist heisser Gewürztee. Bestehend aus Schwarztee mit Milch, Ingwer, Kardamomen und reichlich Zucker. Serviert wird er in sehr kleinen Gläsern oder Tässchen (1/2 dl). Da der Chai uns sehr schmeckt, halte ich die 3 dl-Thermotasse von LL Bean’s (Geschenk von Combo) hin und muss darauf bestehen, dass sie randvoll gefüllt wird. Die Freude der Tee-Frau ist jeweils gross, dass ihr Tee dem Touristen schmeckt.

An der Tankstelle zählte ich in einem 4-Türigen Klein-Taxi 19 ! – ja 19 ! Menschen. Zugegeben, es waren auch einige Schulkinder dabei. So liesse sich der morgendliche Pendler-Dichtestress bei uns zu Hause auf dem Zürcher Nordring, Schweizerhalle oder Grauholz auch etwas entschärfen…..

Am Narmadafluss in Omkareshwar haben wir unser Camp aufgeschlagen. Der Ort wird von vielen Pilgern besucht. Hier besuchten uns drei Sadhus („Bettel“-Mönche). Sie interessierten sich für unseren Landy, woher wir kommen, ob wir Kinder haben, wie uns Indien gefällt etc. für solche Gelegenheiten hat Margrit hat ein kleines Fotoalbum angefertigt. Familie, Dorf, Basel, Alpen, Schnee, Kühe etc. sind abgebildet. So lässt sich auch kommunizieren, wenn wir des Hindi nicht mächtig sind.

Westindien (Feb. 2018)

28. Jan. / Agonda – Cavelossim, 40 Km; Goa

Nach einer knappen Woche Ferien vom Reisen am Agonda-Beach fuhren wir an der Westküste, entlang des arabischen Meeres, weiter nordwärts. Da wir nur eine kurze Strecke zu bewältigen hatten, reichte es am Nachmittag noch zu einer 5-Stündigen Bootsfahrt an die Mangroven-Ufer um Krabben zu fischen. Am Abend hat die Bootscrew die leckeren Teile vorzüglich zubereitet.

29. Jan. / Cavelossim – Aachra, 180 Km; Maharashtra

Wir stehen wieder frei auf einem Feld. Ganz in der Nähe eines einsamen Strandes. Dies erlaubte uns, am Tondavali Beach zu schwimmen bevor wir den Sonnenuntergang vor unserem Landy genossen.

30. Jan. / Tondavali Beach – Chiplun, 230 Km; Maharashtra

Industriegebiete, Kühe auf Abfallbergen, karge Landschaften und Frauen die Holzbündel nach Hause trugen.

31. Jan. / Chiplun – Murud, 180 Km; Maharashtra

Das Murud Janjira ist eine Festung, die 2 Km vor dem Festland entfernt auf einer Insel errichtet wurde. Sie wurde im 16 Jh. als Trutzburg gebaut und galt als uneinnehmbar. Die Herrscher der Burg waren Verbündete der muslimischen Staaten, sowohl innerhalb Indiens als auch ausserhalb. Sie waren die Gegenmacht zu den Portugiesen, die den Gewürzhandel in dieser Region zu monopolisieren versuchten.

1. Feb. / Murud – Mumbai, 120 Km; Maharashtra

2. Feb. / Mumbai / Maharashtra

Mumbai hat sich in den letzten 500 Jahren von einem kleinen Fischerdorf zu einer Megacity mit 22 Mio. Einwohnern entwickelt. 1534 übergab der Sultan Bahadur das Land den Portugiesen. Mit der Heirat der portugisischen Infantin Katharina und King Charles II. ging Bombay als Mitgift an die Engländer über. Seit der Unabhängigkeit Indiens anno 1947 verzehnfachte sich die Einwohnerzahl auf den heutigen Stand. 1996 wurde der Name Bombay in Mumbai geändert.

Der „Gateway of India“ ist das Wahrzeichen von Bombay. Der Triumpfbogen wurde 1911 errichtet für den Empfang des engl. Königs George V. und Queen Mary. Für die Inder wurde der Triumpfbogen eher zum Symbol der Unabhängigkeit von den Engländern, da die letzten Truppen durch den „Gateway of India“ marschierten, als die englische Flagge eingeholt wurde.

Hinter dem „Gateway of India“ liegt das Nobelhotel „Taj Mahal Palace and Tower“.

Das verrückteste Gebäude von Mumbai ist der Victoria Terminus. Der Bahnhof wurde 1887 erbaut. Nur wenige der 3 Mio Pendler der über 1000 Zügen beachten die Überfülle an Gebäudeschmuck, Säulen und Skulpturen.

Ein Schnappschuss wert ist der Clock-Tower, erstellt 1869 in Anlehnung an den Big Ben, die Mumbai Stock Exchange und im Vordergrund das englische Cricketspiel als Verbindungsstück zwichen Tradition und Moderne.

In der Zentralwäscherei wird die Wäsche der Hotels und der Privathaushalte gewaschen. Speziell daran ist, dass die Wäsche von Männern von Hand gewaschen wird.

Dharvi Slums: Auf 2,2 Km2 leben gegen 2 Mio. Menschen. Auf 15’000 Einwohner kommt eine Toilette. Schlimm wirds in der Monsunzeit, da fliesst aufgrund der Regenfälle die Kloake durch die Slums. Die Regierung beabsichtigt die Wohnsituation zu verbessern, indem Wohnungen am Stadtrand für US$ 40 Milliarden peplant sind. Die Bewohner möchten nicht wegziehen, sondern Infrastrukturverbesserung in den heutigen Siedlungen. Die Menschen leben vorwiegend vom Abfallsammeln und dem Recycling. Die über 15’000 Minifabriken, die in den Slums recyclen erwirtschaften einen Umsatz von über 1 Milliarde US-Dollars. Die Slums wurden durch den Oscar-Preisgekrönten Film „Slumdog Millionär“ weltbekannt.

Mumbai hat eine sehr gegensätzliche Skyline: Wolkenkratzer geschmückt mit Werbung von Weltfirmen einerseits und Slums und verkommene Jugendstilhäuser andererseits.

2. Feb. Bombay / Gandhi-Museum

In Bombay besuchten wir das Gandhi-Museum. In diesem Haus hat Gandhi in den 1930er Jahren gelebt, gearbeitet und seine Botschaft verkündet. Zahlreiche Bilder zeichnen sein Leben nach. Das Zimmer indem er lebte ist noch im Orginalzustand erhalten: Bett, Spinnrad, etc. Bemerkenswert ist ein Brief, den er im Juli 1939 an Hitler schrieb und ihn bat, vom Krieg abzusehen.

4. Feb. / Mumbai – Ahmednagar, 210 Km.

5. Feb. / Ahmednagar – Ellora Caves, 128 Km; Maharashtra

Ellora Caves: Auf 2 Km befinden sich 34 Kloster-Höhlen und Tempel, die zwischen dem 7. Und 11. Jh. n. Chr. in den Basaltfelsen gemeisselt wurden. Sowohl buddhistische, hinuistische als auch jainistische Tempel sind im diesem Talkessel vereint. Die zwölf buddhistischen Tempel sind die ältesten der Anlage gefolgt von den sechzehn hinduistischen und schliesslich den sechs Tempeln der Jains. Der 16. Tempel, der schönste von allen, ist dem Berg Kailash gewidmet. Sowohl für die Buddhisten als auch die Hinduisten ist der Kailash in Tibet ein heiliger Berg. Dies mag wohl der Grund sein, weshalb die Religionen hier in Einklang praktiziert wurden. Für die Jainas ist der Kailash ebenfalls ein wichtiger Pilgerort, da hier zwei ihrer bedeutenden Propheten die Erleuchtung fanden. (UNESCO Weltkulturerbe)

6. Feb. / Ellora Caves – Ajanta Caves, 106 Km; Maharashtra

Ajanta Caves: Auch diese Höhlen wurden im 2. Jh. v. Chr. aus dem Basalt gemeisselt. 200 Mönche lebten hier. Die Höhlen weisen aussergewöhnliche Wandmalereien auf, die teilweise in die vorchristliche Zeit datiert wurden. Im 8. Jahrhundert wurde der Höhlenkomplex verlassen. Erst 1819 wurden die Höhlen zufällig von einer englischen Jagdgesellschaft gefunden worden. Dies ist der Grund, weshalb die Malereien und Höhlen nicht in der Mogulzeit zerstört wurden.

7. Feb. / Ajanta Caves – Omkareshwar, 250 Km; Maharashtra

7. Feb. / Das Teamfahrzeug hat wieder mal eine Panne…. Team-Spr. bleibt plötzlich während der Fahrt stehen. Fehlerauslesen. Muss abgeschleppt werden.

8. Feb. / M. kann den Fehler vorübergehend beheben durch Ersatzteileinbau. Ein paar Tage später fahren M. nd K. 2 x 600 Km nach Delhi hin und zurück um das Motorsteuergerät anzulernen, damit das Bauteil erkannt wurde. Die Software musste von Deutschland nach Delhi überspielt werden und hier musste die Umprogrammierung der Einspritzdüsen vorgenommen werden.

8. Feb. / Omkareshwar – Mandu, 120 Km; Madhya Pradesh

In Madhya Pradesh liegt die Wiege der indischen Kultur. Das reiche kulturelle Erbe der Region umfasst neben den 9000 Jahre alten Felsmalereien sowohl hinduistische als auch buddhistische Tempelanlagen.

In Mandu liegt die mittelalterliche Geisterstadt Mandu. Verfallene, elegante islamische Paläste, Moscheen und Mausoleen stehen neben mittelalterlichen Wasserbecken. Im 14. Jh. wurde die Festungsstadt, die wohl schon im 8. Jh. auf dem zur Hauptstadt des Sultanat Malwas, fiel dann aber im 16. Jh. dem Mogulreich zu.

Mandu erlebte unter Ghiyath Shah (1469-1500) eine Periode von Wohlstand und Friede. Er scharte ein Harem mit 15’000 Kurtisanen um sich und seine Leibwache bestand aus 1000 Frauen…Die Gebäude der Königlichen Entklave wies auch zwei grosse Badebecken und ein Pool auf dem Dach des Palastes auf. In der Dorfgruppe ist das Grabmal des Hoshang Shah (ca 1440) mit einer Kuppel aus Marmor. Es ist das erste dieser Art auf dem Subkontinent. Zudem besuchten wir die Gebäude der Rewa Kund-Gruppe mit dem Baz Bahadur-Palast.

9. Feb. / Mandu – Neemuch, 270 Km; Madhya Pradesh

Wir übernachteten auf freiem Feld und wollten den Gandhi-Film Teil 2 ansehen. Um 21 Uhr wurde es ungemütlich, da die Polizei die Pässe und Visas kontrolillierte. Sie waren zwar schon am späteren Nachmittag da; dies war vermutlich nur der Spähtrupp…Nachts um 01:30 Uhr kreuzten sie nochmals mit Blaulicht und Sirene auf und notierten nochmals alle Autonummern.
Vermutlich alles nur zu unserem Schutz…

9. Feb. / Der blaue Expeditions-MAN von (R & F) hat Rad-Panne. Reifen vorne rechts durch ein Armierungseisen an der Seitenwand aufgeschlitzt. Entstand bei enger Dorfdurchfahrt. 2. Reservereifen wird montiert. (1. Reservereifen ging schon vorher in die Binsen).

9. Feb. / Die Ersatzteile für den Spr. von J. & I. sind endlich aus dem Zoll in Kalkutta. Sie hatten am 23. Dez. 2017 eine Getriebepanne. Ganze 48 Tage mussten sie sich gedulden und warten auf die Ersatzteile. Dies nur, weil der internationale Spediteur und die Zollbehörde grässlich geschlamt haben. Zudem wurden Ersatzteile geklaut und das Paket lag geöffnet im Zolllager rum. K. hat sich durchgekämpft und die Teile aus dem Lager geholt. Wir freuen uns, J. & I. bald wieder bei uns zu haben.

Die rund 10 Reifenpannen am selben Tag vor der Ausreise aus Indien nach Nepal seien hier nicht einzeln aufgeführt.

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